Schule und Wirtschaft

CeramTec und Burgschule Plochingen schließen Bildungspartnerschaft

Gemeinsam an einem Strang ziehen


Wenn Isabelle König, Koordinatorin der Berufsvorbereitung an der Burgschule Plochingen, ihre Schüler nach Industrieunternehmen in der Region fragt, dann hört sie erst einmal „Daimler“, „Porsche“, „Bosch“ und allenfalls noch „Festo“. Das wird sich bald ändern. In spätestes einem Jahr – da ist sie sich sicher - wird CeramTec ganz oben in der Ranking-Liste der bekannten Betriebe bei den Plochinger Werkrealschülern und ihren Lehrern stehen.

Den Grund für ihre optimistische Prognose nennt Hans Dörr, Rektor der Burgschule: „CeramTec und die Burgschule sind ab heute Bildungspartner. Im Anschluss an ein Informationsgespräch mit Annegret Wöhrle und Albrecht Baumann, zuständig für den kaufmännischen und den technischen Sektor der Nachwuchsausbildung bei CeramTec, unterschrieben die künftigen Bildungspartner kürzlich in der Burgschule Plochingen eine Vereinbarung über geplante Kooperationsaktivitäten. „Die Grundlage für eine verbesserte Zusammenarbeit ist“, so Ralf-Christian Litschke, Zuständiger für Bildungspartnerschaften bei der IHK Region Stuttgart, „dass sich die Burgschule und CeramTec besser kennen lernen“.

Vereinbart wurde deshalb, dass interessierte Lehrkräfte der Burgschule und die Schulleitung die Möglichkeit erhalten, einen oder zwei ganze Tage in der Ausbildungswerkstatt von CeramTec zu hospitieren. Dort werden – unter der Leitung von Herrn Baumann – im Augenblick gerade mehr als 20 Lehrlinge im zweiten und dritten Lehrjahr beispielsweise als Industriemechaniker oder als Maschinen- und Anlageführer ausgebildet. Die fachliche Grundbildung im ersten Lehrjahr erhalten die Azubis in der beruflichen Aus- und Weiterbildungseinrichtung GAPR in Plochingen. Der Einstieg in den gegenseitigen Kennlern-Prozess könnte eine Betriebsführung schaffen, an der neben Lehrkräften auch Eltern der Burgschüler teilnehmen können. Information über die Produktpalette von CeramTec sei dringend nötig, meint Albrecht Baumann: „Viele denken bei CeramTec an einfache Keramikprodukte. Das ist längst überholt. Wir sind im Bereich der Medizintechnik, der Elektronik und der Automobilindustrie tätig. Unsere Firma produziert beispielsweise Hochleistungskeramik für zahlreiche medizinische Geräte. Unsere Keramik findet man in zahnmedizinischen Produkten im Bereich der Dentalkeramik oder in Implantat-Komponenten für künstliche Hüft- und Kniegelenke.“
                                  
Um diese anspruchsvollen Produkte herstellen zu können und die gute Position auf dem Weltmarkt zu behaupten, brauche CeramTec, so Personalentwicklerin Annegret Wöhrle, qualifizierte Arbeitskräfte auf allen Qualifikationsniveaus – vom Wissenschaftler für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung bis hin zum Facharbeiter in der Produktion. An Bewerbern mit Hochschulabschluss gäbe es keinen Mangel. Beim qualifizierten Nachwuchs im Facharbeiter-Sektor sei die Entwicklung nicht ganz so einfach. „Wir bilden immer wieder Realschüler aus, die einen guten Abschluss machen und uns dann aber mitteilen, dass sie nun ihre schulische Ausbildung fortsetzen, einen Fachhochschulabschluss anstreben und danach studieren wollen“, bedauert Albrecht Baumann. CeramTec wolle aber gerne in der Firma ausgebildeten, guten Facharbeiternachwuchs im Betrieb halten.

„Deswegen sind wir an Schülern interessiert, deren Ziel es ist, Facharbeiter im technischen Bereich zu werden.“ In der Werkrealschule der Burgschule gäbe es mit Sicherheit geeignete Bewerber, die auf dieses Anforderungsprofil passen würden. Hier sieht Isabelle König den großen Vorteil der Bildungspartnerschaft: „Wenn wir die Werkrealschüler frühzeitig mit dem Betrieb bekannt machen, wenn Schüler Praktika bei CeramTec machen, wenn Auszubildende im Unterricht der Burgschule Vorträge halten, dann schaffen wir Identifikationsmöglichkeiten, dann rückt CeramTec stärker in den Aufmerksamkeits-Focus unserer Schüler und Eltern.“  Für Konrektorin Eva Marggraf ist aber auch wichtig, dass der Betrieb die Schule kennen lernt. Die Vereinbarung sieht dafür vor, dass Experten aus dem Betrieb Unterricht an der Burgschule erteilen und dass CeramTec-Ausbilder an Elternabenden teilnehmen. Klassenlehrerin König kann sich sogar vorstellen, „in  Einzelfällen Auszubildenden Nachhilfeunterricht in Mathematik zu geben.“

Rektor Dörr betonte zum Schluss bei der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung: „Ich bin überzeugt davon, dass wir diese ausgezeichnete Vereinbarung zum Nutzen unserer Schüler, der Eltern, der Burgschule und von CeramTec mit Leben füllen werden.“  
pm

Joomla Copyright

Copyright © 2017 bs-plochingen. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.